Schmiertafel
Schmiertafel – Symbolische Ölmalerei über vertraute Zeichen, deren Bedeutung und Stabilität ins Wanken geraten.
Zur KollektionSeit den 1990er Jahren beschäftige ich mich mit Malerei und zeitgenössischer Kunst. Meine frühen Arbeiten waren überwiegend figurativ geprägt. Serien wie Hunters, Redwind, die fossilen Landschaften oder Weltmenschen standen im Mittelpunkt meiner künstlerischen Entwicklung.
Über diese Themen habe ich mir die Malerei Schritt für Schritt angeeignet.
Viele Jahre lang standen Figur, Bewegung, Landschaft und Beobachtung im Mittelpunkt meiner Arbeit. Die Malerei war zunächst Mittel zur Darstellung – erst später wurde sie selbst zum eigentlichen Thema.
Mein Interesse verlagerte sich zunehmend auf die Malerei selbst: auf Farbe, Material, Prozesse und die Frage, wie Bilder entstehen. Aus dieser Entwicklung heraus entstanden Werkreihen, die heute zwischen Abstraktion, Experiment und Konzeptkunst angesiedelt sind. Die verschiedenen Serien zeigen dabei unterschiedliche Wege, wie sich Malerei entwickeln und immer wieder neu erfinden kann.
In meinen neueren Werkserien erforsche ich unterschiedliche Zustände von Farbe, Material und Wahrnehmung. Jede Serie folgt einer eigenen Fragestellung und entwickelt eine eigenständige Bildsprache. Manche Arbeiten entstehen aus kontrollierten Experimenten, andere aus Wiederholung, Verdichtung oder dem bewussten Spiel mit Zufall.
Gemeinsam ist ihnen das Interesse an Malerei als offenem Prozess. Die Serien reichen von abstrakten Landschaftsbildern über Wandobjekte und konzeptionelle Arbeiten bis hin zu Werken, die sich mit einfachen Bildzeichen und ihrer Veränderung beschäftigen.
Die folgenden Serien sind über viele Jahre hinweg entstanden. Sie dokumentieren unterschiedliche Phasen meiner künstlerischen Entwicklung und zeigen, wie sich meine Malerei von figurativen Themen zunehmend zu offenen Experimenten mit Farbe, Material und Wahrnehmung entwickelt hat. Während frühe Werkgruppen wie Hunters, Redwind oder die Weltmenschen noch stärker von Figur, Bewegung und Beobachtung geprägt waren, stehen in den neueren Serien häufig Farbe, Struktur, Material und der malerische Prozess selbst im Mittelpunkt.
Großformatige Kunst zwischen Skulptur und Gemälde. Moderne, abstrakte Kunst, in der Farbe selbst zum Thema wird. Als System, als Erinnerung und als offenes Experiment entfalten sich vielschichtige Bildräume, die zwischen Struktur und Freiheit changieren.
Ausgangspunkt der Serie ist der Farbkasten als Werkzeug der Malerei. In den Arbeiten wird er selbst zum Kunstwerk. Geöffnete Kästen, Farbfelder und räumliche Konstruktionen machen sichtbar, wie Farbe gesammelt, benutzt und gespeichert wird. Zwischen Objektkunst und Malerei entstehen Werke, die den kreativen Prozess selbst zum Bildinhalt machen.
Diese Serie zeigt abstrakte Landschaftsbilder, in denen sich Ordnung und Auflösung begegnen. Flächen, Linien und Bewegungen erzeugen Spannungsräume, die an Landschaft erinnern, ohne sie abzubilden.
Die Arbeiten entstehen aus Farbresten vergangener Projekte. Tausende kleine Spuren verdichten sich zu komplexen Oberflächen, die an Felder, Küsten, Luftaufnahmen oder geologische Strukturen erinnern können. So entstehen Bildräume zwischen Erinnerung, Materialität und landschaftlicher Assoziation.
Abstrakte Landschaften, die aus Verdichtung und Ruhe entstehen. Das wiederholte Weiterarbeiten an der Farbe Grün eröffnet neue Nuancen, Tiefen und Stimmungen – ein konzentrierter Dialog mit einer Farbe.
Die Serie untersucht, wie viel Vielfalt innerhalb einer einzigen Farbfamilie möglich ist. Schicht für Schicht entstehen Bilder zwischen Naturerfahrung und Abstraktion. Grün wird dabei nicht als Symbol verstanden, sondern als eigenständiger Raum für Licht, Atmosphäre und malerische Tiefe.
In dieser Serie entstehen organische Strukturen durch experimentelle Malerei. Schichtungen, Überlagerungen und Prozesse des Wachsens prägen Bildgründe, die lebendig und zugleich offen wirken.
Die Arbeiten entwickeln sich über lange Zeiträume hinweg. Farbpartikel, Bewegungen und Verdichtungen bilden komplexe Oberflächen, die an Erde, Vegetation, Wasser oder mikroskopische Prozesse erinnern können. Zwischen freier Abstraktion und landschaftlicher Anmutung entstehen offene Bildwelten mit großer räumlicher Tiefe.
Gestik, Energie und der kontrollierte Zufall stehen im Mittelpunkt dieser experimentellen Arbeiten. Farbe wird geschleudert, geführt und gebremst – als Moment, Bewegung und Ereignis.
Die Gemälde entstehen auf rotierenden Leinwänden, auf denen Farbe durch Fliehkraft, Geschwindigkeit und Eingriffe des Künstlers gelenkt wird. Jede Arbeit dokumentiert einen einzigartigen Ablauf. Das Ergebnis sind dynamische Kompositionen voller Bewegung, Rhythmus und Farbenergie.
Ein reduziertes Tiermotiv tritt aus hellen Bildräumen hervor. Übergänge, Zurücknahme und das bewusste Arbeiten mit Licht und Fläche lassen Tiefe sichtbar werden, ohne sie auszuformulieren.
Die Tiere erscheinen wie Erinnerungen oder Fragmente von Wahrnehmung. Oft reichen wenige Linien und Farbzonen aus, um Präsenz entstehen zu lassen. Die Serie bewegt sich zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion und untersucht, wie wenig Information notwendig ist, damit ein Bild lebendig wird.
In dieser Werkreihe wird die Malerpalette selbst zum Bildmotiv. Die ursprünglich funktionale Arbeitsfläche verwandelt sich in ein eigenständiges Wandobjekt und erzählt von Farbe, Entscheidung und künstlerischem Prozess.
Farbreste, Mischungen und Spuren vergangener Arbeiten bleiben sichtbar und bilden komplexe Oberflächen voller Bewegung und Geschichte. Zwischen Malerei, Relief und Objektkunst entstehen Arbeiten, die den Entstehungsprozess nicht verbergen, sondern bewusst in den Mittelpunkt rücken.
Ein Smiley. Eine Blume. Ein Baum. Die Serie Schmiertafel beschäftigt sich mit den einfachsten Bildzeichen unserer visuellen Kultur. Vertraute Symbole werden wiederholt, verändert, überarbeitet und zunehmend aus dem Gleichgewicht gebracht.
Was zunächst eindeutig erscheint, entwickelt eine eigene Dynamik. Fehler, Korrekturen, Unsicherheiten und spontane Entscheidungen bleiben sichtbar. Die Arbeiten untersuchen den Moment, in dem Kontrolle verloren geht und aus einfachen Zeichen überraschend komplexe Bilder entstehen.
Diese Arbeiten geben Einblicke in zeitgenössische Malerei – Ideen, Prozesse und Entwicklungen jenseits klassischer Motive. Sie zeigen unterschiedliche Wege, wie Farbe, Material und Wahrnehmung zu eigenständigen Bildwelten werden können.
Alle Arbeiten entstehen als Originale in meinem Atelier in Wiesbaden bei Frankfurt. Die Werkserien dokumentieren unterschiedliche künstlerische Fragestellungen und geben Einblicke in die Entwicklung meiner zeitgenössischen Malerei über viele Jahre hinweg.
Von großformatigen Gemälden über experimentelle Arbeiten bis hin zu Wandobjekten verbindet sie die Suche nach neuen Möglichkeiten, Farbe, Raum und Wahrnehmung sichtbar zu machen.
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